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Gespräche ZwischenWelten 1995
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Leben, essen , schlafen im Schaufenster eines Warenhauses. Beobachten und Gespräche führen im Glashaus.
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1995 Gespräche ZwischenWelten
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Mein Aufenthalt von 1993 (Beobachten ZwischenWelten) liess trotz des geschlossenen Schaufensters viel Interaktion zu. Leute klebten Blumen ans Schaufenster. Auch Zettel und Mitteilungen. 

Für meinen erneuten Aufenthalt von 1995 jedoch wünschte ich mir ein 'offenes Schaufenster' mit einer Tür: Passanten und Passantinnen konnten ins Schaufenster herein kommen. Viele, sehr viele taten dies. Es ergaben sich schnell gute Gespräche über alle Bereiche des Lebens. Oft auch über sehr private und intime Themen. Es war fast so, also ob sich das Glas des Schaufensters schützend um ums legte und  dieses Glashaus ein intimes Nest für die Seelenöffnung bildete.

Ich war damals auch telefonisch erreichbar und erhielt zahlreiche Anrufe.

Ich hatte zwar nicht die Absicht gehabt, eine 'dargebotene Hand' im Sinn von Sozialhilfe zu betreiben. In einigen Fällen lief das Gespräch jedoch darauf hinaus. Meist jedoch war ein Besuch oder ein Telefonat wohl einfach eine ruhige Insel im Alltagstrubel, wo ein Gespräch zwischen Menschen sich entwickelte.

Viele meiner 'Schaufensterfreunde' kamen vorbei: dies sind Leute, die zwei Jahre zuvor fast täglich vor das Schaufenster kamen und mich quasi besuchten. Damals kannte ich nach zehn Tagen Aufenthalt ein paar dieser 'Glasfreunde': man winkte sich zu, lachte und begrüsste sich durch Zeichensprache. Bei diesem Aufenthalt konnten wir nun auch reden. 

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Leider kann ich an dieser Stelle keine Pressestimmen veröffentlichen. Alle meine Unterlagen dazu befinden sich in Madagaskar, wohin ich nach meinem Aufenthalt zurück kehrte.

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